Der 12. Mann

 

 

„Der 12. Mann“

(You`ll never walk alone)

 

Die Hattrick-Teams und ihre Fans.

Das ist etwas Besonderes; denn je nachdem wie Euer Team am letzten Wochenende gespielt hat, kommen oder gehen die sogenannten Fans einfach. Und das machen sie direkt und ohne zu zögern ca. 2 Mal jede Woche.

Was ist das denn für eine Fankultur bei HT?  

Meiner Meinung nach entspricht die Fankultur bei Hattrick nicht der Wirklichkeit. Eine richtige Fankultur sucht man dort vergeblich…

Schließlich sollen die Fans doch der „12. Mann“ des Vereins sein.

Sie sind die Anhänger eines Vereins, die auch 100%ig hinter dem Verein stehen, auch wenn es gerade nicht so gut läuft.

Echte Fans pfeifen den eigenen Verein nicht aus und wenn ein Verein solche Fans hat, dann zählen sie als „12. Mann“.

Folglich fehlt dieser „12. Mann“ bei Hattrick, da er nach verlorenen Spielen in manchmal größerer Zahl klammheimlich den Verein verlässt.

Laut dem Handbuch scheinen die Fans lediglich als Einnahmequelle zu dienen. Man soll eine gute Beziehung zu ihnen pflegen und ihre Stimmung hochhalten. Trotzdem gibt es einen sogenannten Schwellenwert, den der Verein abhängig von seiner Ligazugehörigkeit nicht überschreiten kann.

Das alles klingt nicht nur schwachsinnig, sondern ist es auch!

 

In der Wirklichkeit ist es doch so, dass auch Vereine aus der 2. Bundesliga (z.B. Nürnberg mit über 32.000 Zuschauern pro Heimspiel im Schnitt) mehr Fans haben und auch ins Stadion kommen als zum Beispiel in Paderborn mit lediglich knapp über 14.000 im Schnitt.

Da gibt es keinen Schwellenwert und niemand sagt, den treuen Anhängern des Zweitligisten:

„So, ihr seid in der 2. Liga. Ihr dürft nicht mehr ins Stadion kommen. Geht nach Hause.“

 

Die HT-Verantwortlichen werden selbstverständlich die 3 gängigen Hauptargumente gegen den treuen Fan aus dem Hut zaubern, um die Abwanderungen der Anhänger zu rechtfertigen:

  1. Der gemeine Fan hat keinen allzu hohen IQ.
  2. Der Durchschnittsfan versteht 99,9 Prozent des Spiels nicht.
  3. Bei den weiblichen Fans steht lediglich das Aussehen der Spieler im Vordergrund

 

Da wird meinen Fans also unterstellt, sie seien doof, haben keine Ahnung und es sind hauptsächlich Frauen, die entsetzt den Fanclub verlassen, weil ich scheiße aussehende Spieler verpflichtet habe.

Eine ziemlich dürftige Argumentation, oder?

Denn der gemeine Fußballfan ist doch wohl eher ein (vom Geschlecht unabhängiger) Mensch, der längerfristig eine leidenschaftliche Beziehung zu einem für ihn externen, öffentlichen, entweder personalen, kollektiven, gegenständlichen, abstrakten oder sportlichen Fanobjekt hat und in die emotionale Beziehung zu diesem Objekt Ressourcen wie Zeit und/oder Geld investiert. (Wikipedia)

Da kann mir doch von Hattrick keiner erzählen, dass diese Fans nach einem knapp verlorenen Ligaspiel, dem Verein die Unterstützung verwehren und ihm den Rücken kehren. Wo bleibt da die Umsetzung der oben genannten allgemeinen Definition eines „Schlachtenbummlers“?

 

Obwohl die genaue Herkunft der Fans bislang unbekannt ist (Man vermutet, dass sich der Fan um 1960 durch eine Pilz-Kopf-Infektion mit dem Namen Beatles gebildet hat), spielt die Fankultur laut Professor Harald Lange in unserer Gesellschaft eine große Rolle.

Und der muss es schließlich wissen. Der Soziologe ist nämlich Leiter des Instituts für Fankultur an der Uni Würzburg.

Herr Lange sagt, dass der Einstieg ins Fandasein dann stattgefunden hat, wenn man eine Form von Sympathie für eine ganz bestimmte Sache entdeckt und dieser Sympathie treu bleibt.

Und wenn die Fans doch schon einmal dagewesen sind, werden sie wohl doch auch diese Sympathie für Euren Verein entdeckt haben; denn schließlich gebt ihr als Manager doch alles, um zu gewinnen, oder?

 

Allein aus Gründen der Dramaturgie wird doch kein Fan Euren Verein verlassen; denn der Fan denkt dann zum Beispiel:

`Warum sollte es nicht im nächsten Jahr klappen, dass unser Verein Meister wird?’

 

Ist zwar oft ziemlich unwahrscheinlich, aber die Möglichkeit besteht ja. Und dieses bisschen Möglichkeit lässt die Fans glauben und hoffen. Also bleiben sie nah dabei und sehnen sich nach diesem Erfolg, bei dem sie dann auch live dabei sein wollen.

Zudem ist ein Fußballfan wie wir ja alle wissen, ein Mensch, der an einer weit verbreiteten Infektion erkrankt ist, die von führenden Forschungsinstituten als Sucht eingestuft wird.

Er kann also gar nicht anders! Er muss immer wiederkommen.

Schließlich gibt es ja auch den Fachbegriff „3. Halbzeit“ nicht umsonst; denn das bezeichnet die Ausschreitungen der Fans vor und/oder nach einem Fußballspiel.

Davon lese ich in den Spielberichten übrigens gar nichts.

 

Dies alles lässt vermuten, dass die Fans bei Hattrick lediglich Erfolgsfans sind. 

Dies ist eine besondere Gruppe von Fans im Fußball; denn es sind schlaue Fans, die logischerweise nur dann ins Stadion oder sonst wo hingehen, wenn ihre Mannschaft gut spielt.

Eigentlich ja auch logisch: Wieso sollte man es machen wie die Idioten, die zu jedem Spiel gehen und die Mannschaft eventuell sogar anfeuern? Nein, man sucht sich lieber irgendwo ein Sitzplätzchen im Schatten und guckt sich das Geschehen so lange an, bis die eigene Mannschaft schlecht spielt oder zurückliegt und fährt dann nach Hause.

Sobald die Erfolgsfans dann zu Hause sind, wechseln sie den Verein. Dies ist nachvollziehbar, denn man ist doch kein Fan einer Mannschaft, die verliert! Die Erfolgsfans suchen sich dann also einen besseren Verein, der gut spielt, bis dieser dann wieder verliert.

Das hätte dann natürlich die finale Konsequenz, dass früher oder später jeder reale Fan bei Bayern München landet, da dieser Verein fast immer gewinnt und die Spieler auch so sexy aussehen.

Wenn ein Erfolgsfan kein Bayernfan wird, ist er entweder komplett gestört, BVB-Fan oder er hat die Sportart gewechselt.

 

So ein Blödsinn, das kann doch nicht sein. Ich will nicht nur diese verwöhnten Erfolgsfans bei Hattrick und meinem Verein haben. Ich will die echten und treuen Fans haben!

Natürlich kann das Thema Fankultur bei Hattrick endlos weiter geführt werden. Da fehlen so viele Dinge, die einfach dazu gehören. Da wären u.a. die Fanausschreitungen, die durch Fans verursachten Spielabbrüche, der Fanshop, die Fankurve, das Fahnenschwenken und die in einer der letzten Glossen behandelten Flitzer zu nennen.

Nicht zu unterschätzen und exemplarisch für die besondere Fankultur sind natürlich auch die Fangesänge; denn nicht umsonst heißt es ja:

"You'll never walk alone"

Das ist ein nämlich ein für den gemeinen Fan wichtiges Lied über das Leben und passt wohl deshalb so wunderbar in ein Fußball-Stadion. Es geht um Widrigkeiten und Rückschläge, darum, niemals aufzugeben, die Hoffnung nicht zu verlieren, an seinen Träumen festzuhalten und dem Verein ewige Treue zu halten.

Wird sich die Fankultur unserer Vereine nicht bald ändern, wird sich auch die Fankultur von Hattrick ändern und die Anhänger dieses Onlinespiels wechseln zu anderen Managerspielen, die einfach besser aussehen!

 

Viele treue und fanfreundschaftliche Grüße von

Eurem joeniel

 

 

 

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Dieser Artikel stammt von:

Joeniel
Joeniel

Hallo zusammen. Auch mit über 50 unterstütze ich Veithi bei seinem tollen Hattrick-Projekt HMC als Redakteur unter dem Pseudonym joeniel. Einmal im Monat könnt ihr hier bei HMC die Glosse lesen, in der alle wichtigen Themen schonungslos auf den Tisch kommen. Ich bin glücklich liiert und freue mich meines Lebens. Wohnhaft bin ich im schönen Ruhrgebiet und habe außer der Glosse keine weiteren Hobbys…Ich bin ja auch fast schon im Ruhestand!

Viele Grüße von Eurem joeniel

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