„ I Pott You“

 

 

…obwohl ein Abschied auch nicht die Lösung aller Probleme ist…

Da ich nun im Ruhrgebiet lebe, ist aufgeben selbstverständlich verboten. So sind sie einfach, die Menschen aus dem Ruhrpott, der entgegen der weitläufigen Meinung keine bloße Ansammlung von grauen Wohnsiedlungen aufgrund des Kohlebergbaus ist.

Und nein. Lüdenscheid-Nord ist auch nicht unsere Hauptstadt. Der Name Ruhrpott bedeutet auch nicht die Verschmelzung einer ansteckenden Darmkrankheit (Ruhr) und die damit verbundene Sehnsucht nach einer Toilette (Pott).

Hier ist es schön und die Menschen sind herzlich und direkt. Nicht so hinterlistig wie die Bewohner an einem anderen großen Fluss in Deutschland.

Im Ruhrgebiet, der größten Stadt Deutschlands, wird auch der Sport, hier besser bekannt unter „Spocht“,  heiß und innig geliebt. Dabei steht meist der Fußball im Vordergrund. Die zur Zeit erfolgreichsten Vereine sind in Dortmund und Gelsenkirchen (auch genannt "dem-Ernst-Kuzorra-seine-Frau-ihre-Stadt") zu finden. Der fünftälteste Fußballverein kommt übrigens ebenfalls aus dem Ruhrgebiet und wurde 1892 als Wittener Fußballclub gegründet.

Entsprechend der Mentalität wird der Fußball hier zu allererst gearbeitet und dann erst gespielt. So wie es sich für einen ´Männerspocht` gehört. Memmen und Luschen sind ebenso verpönt wie Schönwetterspieler und leere Stadien. Da ist es kein Wunder, dass der Ruhrpott neben den Metropolen in Brasilien und England die weltweit höchsten Aktiven- und Zuschauerzahlen aufweist.

Der wohl berühmteste Fußballer der Region kommt übrigens aus Essen:

Helmut Rahn

Er war es, der Deutschland mit seinem Siegtreffer zum 3:2 Sieg im Endspiel gegen die scheinbar übermächtigen Ungarn zum Weltmeistertitel 1954 schoss. Diese WM schrieb als „Wunder von Bern“ Geschichte.

Neben Helmut Rahn kommen noch etliche weitere Berühmtheiten aus dem Ruhrpott. Da wären zum Beispiel Herbert Gröneschreier,  Helge Herrentorte, Rudi Arschhauer, Hape Ferkeling und natürlich  Otto Steinhagel zu nennen.

Der Otto hat es sogar außerhalb Deutschlands zu etwas gebracht. Er wurde mit einem Nachbarstaat des Ruhrgebietes Europameister. Wer hätte das 2004 gedacht?

Auch in diesem Jahr könnte wieder jemand aus dem Ruhrpott Europameister werden. Manuel Neuer nämlich, der vor einigen Jahren im Freistaat Bayern noch ´Koan` Neuer genannt wurde.

Neben den oben genannten aus dem Ruhrgebiet stammenden Persönlichkeiten hat dieses Land aber auch andere Attraktionen zu bieten. Zum Beispiel die Bahnhofstraße in Herne. Sie ist die Lieblingsstraße von Andre Rieu, der einmal sagte:

Ich liebe dunkle Orte, an denen niemals die Sonne aufgeht."

In den exklusiven ´Ein-Euro-Shops` in der Bahnhofstraße erhält der Ruhrie, wie er sich selbst nennt, alles, was das Herz begehrt. Von der Bahnhofstoilette dieser Flaniermeile her hat man übrigens die schönste Sicht auf den Mond von Wanne-Eickel, das seine beste Zeit leider schon lange hinter sich hat. Es war nach Warschau und Krakau einmal die drittgrößte Stadt Polens. Heute ist es nur noch ein überdimensionaler Parkplatz.

Toll hingegen ist „Watt en Scheiß“, wie der Ruhrie sein Kleinod nennt, an dessen Randgebiete er aber niemals seinen Schrebergarten errichten würde.

Schrebergärtner halten sich entgegen der weitläufigen Meinung übrigens hauptsächlich in Bayern und Rheinland-Pfalz auf. Der Ruhrie bevorzugt nämlich die „Currywuarstbude“ oder die sehr beliebte Trinkhalle (Bude), die bei den Einwohnern als hauptsächliche Nahrungsquelle hohes Ansehen genießt!

Leider gibt es nur sehr wenige davon in Castrop-Rauxel. Dieses Dorf hinkt den anderen Metropolen im Ruhrgebiet etwas hinterher. Die letzte Persönlichkeit aus Castrop-Rauxel heißt Christopher Nöthe und ist nur eingefleischten Fußballfans ein Begriff.

Auch die hochentwickelte Sprache ist ein weltweites Markenzeichen des Ruhrpotts und seiner darin lebenden Ruhries. Forscher haben herausgefunden, dass die Sprache der „Ruhrpottureinwohner“  bis zu den Yetis zurückreicht und von diesen abstammen könnte.

Nur die Amis verstehen diese zugegenermaßen seltsam klingenden Laute des Ruhrdeutschen nicht und schicken mehrmals im Jahr ihre besten Leute vom FBI in Ruhrie sein Land, um den Geheimcode von

  • Komma bei dem Opa, sonst hat der Arsch gleich Kirmes!
  • Bisse inne Stadt, wat macht dich da satt, ne Curreywurs!
  • Hömma du Paselacke, dich hamse wohl mit em heißen Fannekuchen de Nase geputzt!

zu entschlüsseln.

 

Gerne bezeichnet der Ruhrie seinen Lebensraum auch als Revier, das er als anerkannter Reviermarkierer auch als Revier markiert hat. Dabei ist es dem Ruhrie gleichgültig, ob er dies mit ausuriniertem oder ausgekotztem Alkohol macht. Markiert ist schließlich markiert und Duftmarke ist Duftmarke.

Dass der Ruhrie in der fünftgrößten Agglomeration Europas wohnt, interessiert ihn eher weniger…er versteht es nämlich einfach nicht. Da fährt er lieber mal wieder über die A 40 und steht dort im Stau. Das ist übrigens das, was laut WDR 2 jeder Deutsche einmal im Leben gemacht haben sollte.

Also, fix Ruhrdeutschlexikon kaufen, ins Auto gesetzt und ab in dem Ruhrie sein Land…

 

Glück auf!

Euer joeniel

 

 

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Dieser Artikel stammt von:

Joeniel
Joeniel

Hallo zusammen. Auch mit über 50 unterstütze ich Veithi bei seinem tollen Hattrick-Projekt HMC als Redakteur unter dem Pseudonym joeniel. Einmal im Monat könnt ihr hier bei HMC die Glosse lesen, in der alle wichtigen Themen schonungslos auf den Tisch kommen. Ich bin glücklich liiert und freue mich meines Lebens. Wohnhaft bin ich im schönen Ruhrgebiet und habe außer der Glosse keine weiteren Hobbys…Ich bin ja auch fast schon im Ruhestand!

Viele Grüße von Eurem joeniel

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