„Schöne Bescherung“

 

 

„Schöne Bescherung“

(Nach einer Geschichte von Claudia Puhlfürst)

 

 

Hallo zusammen. Zur Zeit freuen sich ja (fast) alle von Euch auf Weihnachten. Wir sind schließlich alle schon drin in der ach so schönen Weihnachtszeit. Überall erklingt „Last Christmas“ von Wham. Wie jedes Jahr halt…

 

Es gibt aber auch Menschen, die haben ganz andere Gedanken. Ich zum Beispiel finde, dass es wirklich kein Vergnügen ist, alt zu werden. Zudem habe ich da noch ein weiteres kleines Problem. Ich muss da etwas unternehmen, bevor dieses bereits massive Problem noch  größer wird.

 

Ich rege mich nur noch auf. Die Aufregung ist so groß, dass ich gestern 4 Flaschen Schnaps trinken musste. Ich halte es einfach nicht mehr aus.

 

Meine mir zukünftig Anvertraute hatte mal wieder Plätzchen gebacken. Das gehört sich ja so zur Weihnachtszeit.

 

In dem an unser Haus angrenzenden Wald wurde übrigens vor 2 Tagen einer zerstückelte Frauenleiche gefunden. Diese Zeitungsmeldung passt so gar nicht in die besinnliche Vorweihnachtszeit.

 

Doch zurück zu den selbst gebackenen Plätzchen. Meine Angebetete konnte diese übrigens nicht selbst essen, da diese Dinger nicht gerade schwarz aber doch sehr dunkel gebacken waren. Das mit uns lebende 15-jährige Kind ist bereits während der Herstellung der Backmischung schnell zu ihrer besten Freundin gefahren. Erfahrung macht halt klug…

 

„Schatzi, die musst du dann alle essen. Ich kann das mit meinen dritten nicht mehr so gut.“

 

Aha. Ich wieder. Herzlichen Dank. Noch nie in meinem Leben habe ich mehr als 2 Stunden an einem (!) Keks herumgeknabbert. Schrecklich. Es sind noch 12 Kekse da. Den Rest hat meine Angebetete an unsere wohl bald ehemaligen Freunde geschickt. Da wird sich wohl keiner bedanken. Nicht einmal aus Höflichkeit.

 

Nach dem Verzehr des zweiten Kekses musste ich erst einmal 2 weitere Schnäpse trinken.

 

Ich schreibe mir die Ergebnisse der Backkünste meiner mir zukünftig Anvertrauten übrigens in ein kleines schwarzes Buch mit kleinen blutroten Flecken. Ich nenne es liebevoll „Das Buch der Steine“.

 

Das Buch umfasst seit 2010 übrigens mehrere tausend Seiten. Irgendwie mag ich keine Plätzchen mehr. Ich muss dieses Problem irgendwie lösen. Ich muss mich von diesen „Eisenplättchen“ befreien. Nur wie?

 

Vielleicht lese ich in der Zeitung noch etwas über die Frauenleiche im Wald und suche nach Anregungen.

Die nächste Ladung Selbstgebackenes ist nämlich bereits im Ofen. Einen Schnaps habe ich mir auch schon wieder eingegossen.

Irgendwann werde ich noch zum Alkoholiker. Die Frau, die mich mit ihren nicht kaubaren Plätzchen zuschüttet, muss irgendwie verschwinden…

In dem Zeitungsartikel wird übrigens von einem Frauenmörder geschrieben, der seine Opfer in den Wald lockt und sie dort umbringt. Mmmmh

Anscheinend steht er auf blonde Frauen. Meine mir eventuell zukünftig Anvertraute ist auch blond! Zufall?

Erwürgt er sie oder schneidet er ihnen die Kehle durch? Das stand leider nicht in dem besagten Artikel. Das muss ich herausfinden.

Während ich so darüber nachdenke, liegt ein neuer riesiger Eisenkeks vor mir auf dem Teller. Übrigens mit einem Klecks quitschsaurer Marmelade in der Mitte. Schnell noch einen Schnaps eingießen…

Ich fürchte, ich muss mich sputen mit meinen Plänen. Vielleicht habe ich es dann Weihnachten schon hinter mich gebracht. Mein kleines Buch habe ich bereits verschwinden lassen. Man will sich ja schließlich nichts nachsagen lassen!

Mein Plan ist endlich fertig. Heute erschien der neueste Artikel über den Frauenmörder in der Zeitung. Die Opfer wurden von ihm erst betäubt und dann mit einem Strick erwürgt.

Ich werde meiner mir demnächst wohl nicht mehr Anvertrauten einen Abendspaziergang im nahegelegenen Wald vorschlagen. Für die Romantik nehme ich einfach eine Thermoskanne Glühwein mit. Schließlich kann es bei einem abendlichen Waldspaziergang unter Umständen sehr kalt werden. Irgendwann werden wir dann wohl mal auf die bevorstehenden Feiertage anstoßen. Ich hoffe, dass Rohypnol wirkt schnell. Im Moment weiß ich nur nicht, in welche kleine Flasche ich es gefüllt habe…

Wenn meine zukünftig Dahingeflossene  dann schläft, werde ich wohl ihren Schal nehmen. Es wird bestimmt nicht leicht, doch schließlich geht es ja um die Zukunft meiner Zähne.

Heute Abend ist es soweit. Mein Herz pocht bereits. Zu allem Ungück ist mein Schnaps auch noch alle.

Naja, lange brauche ich ihn ja nicht mehr und ich habe im Badezimmerschrank eh noch eine kleine Flasche mit der Aufschrift Rhabarberschnaps gefunden, den ich schon fast vergessen hatte.

Er schmeckt zwar etwas bitter, beruhigt aber. Aber nach dem 3. Glas macht er doch etwas schläfrig. Meine Lider werden immer schwerer. Ich bin so müde…muss…mich…ausruhen…

 

Pssst, Euer nun sehr tief schlafender

joeniel wink

 

 

 

 

 

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Joeniel
Joeniel

Hallo zusammen. Auch mit über 50 unterstütze ich Veithi bei seinem tollen Hattrick-Projekt HMC als Redakteur unter dem Pseudonym joeniel. Einmal im Monat könnt ihr hier bei HMC die Glosse lesen, in der alle wichtigen Themen schonungslos auf den Tisch kommen. Ich bin glücklich liiert und freue mich meines Lebens. Wohnhaft bin ich im schönen Ruhrgebiet und habe außer der Glosse keine weiteren Hobbys…Ich bin ja auch fast schon im Ruhestand!

Viele Grüße von Eurem joeniel

4 Gedanken zu „„Schöne Bescherung“

  1. Rhabarberschnaps im Badezimmerschränkchen? Stimmt, da hebe ich meinen Schnaps auch immer auf. So kann man nach dem Zähneputzen noch mal schnell einen Gute-Nacht-Schnaps zu sich nehmen, ohne das es all zu sehr auffällt. *lach*
    Joeniel, auch wenn diese Geschichte nicht vollkommen aus Deiner Feder stammt, es ist dennoch eine sehr schöne Alltagssituation mit Lösung. Du beschreibst ganz oft einfache Dinge des Lebens, aber auf Deine unnachahmliche Art. Du machst das so humorvoll und trocken, dass die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhalten wird. Mir war diese Geschichte zwar etwas langatmig, dennoch wollte ich unbedingt wissen, schafft er es denn nun? oder vielleicht doch nicht?
    Ich freue mich schon jetzt auf Deinen nächsten Beitrag hier bei HMC.

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    • Danke für die Blumen….bin selber gespannt auf die nächste Glosse 🙂 Frohe Weihnachten!

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  2. Fröhliche Weihnachten wünscht die „blonde“, bald doch Angetraute!

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    • Danke Dir auch schöne Feiertage, und aufpassen beim Backen 🙂 🙂 

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