Spiel mir das Lied vom Tod

 

„Spiel mir das Lied vom Tod“

(Die Angst vor dem Elfmeter)

 

Heute geht es in meiner Glosse um das Elfmeterschießen bei Hattrick.

Schuld an dieser Glosse ist übrigens das Pokalspiel zwischen dem MSV Duisburg und dem 1. FC Köln vom 29.10.2014. Der Spieler Timo Horn war in Duisburg Garant für den Achtelfinal-Einzug des 1. FC Köln. Im DFB-Pokalspiel in Duisburg hielt der Keeper gleich zwei Elfmeter und veranlasste seinen Torwarttrainer Alexander Bade zu der Aussage:

„Elfmeterschießen sind wie Duelle im Wilden Westen!“

 

Was ist laut Definition denn überhaupt ein Elfmeterschießen?

Das Elfmeterschießen ist eine der im Regelwerk vorgesehenen Vorgehensweisen zur Ermittlung eines Siegers beim Fußball. Es wird seit den 1970er-Jahren angewendet, wenn ein Fußballspiel zwingend einen Sieger benötigt, ein solcher aber zum Ende der Spielzeit nicht feststeht.

Somit gibt es nach einem solchen Elfmeterschießen immer einen Sieger!

 

Ins oben genannte Regelwerk sollte meiner Meinung nach aber noch eine wichtige Bedingung aufgenommen werden:

-Der Verzehr von Zwiebeln durch den Torhüter nach dem ersten Schuss ist untersagt.

(Hier wird vorausgesetzt, dass der Torwart die Zwiebeln vorher schneiden muss und plötzlich anfängt zu weinen. Das wäre natürlich sehr peinlich für den Betroffenen, aber auch der Gegner hätte Nachteile: Wer will schon auf eine Heulsuse schießen? Das täte der Ehre gar nicht gut!)

Ansonsten ist  beim Elfmeterschießen die genaue Reihenfolge jeglicher Schritte, ein jedes Blinzeln und auch das kleinste Zucken mit dem Ohr fest vorgeschrieben.

 

Was der Titel „Spiel mir das Lied vom Tod“ damit zu tun hat? Nur die Ruhe, da komme ich später drauf.

Es muss jedoch schon einmal erwähnt werden, dass der genannte Filmtitel eines Westerns nicht mit dem allseits bekannten Pornofilm

„Spiel mir am Glied mit Kot“

zu verwechseln ist!

 

Zurück zum Thema. Der Elfmeter ist die wohl größte Drucksituation im Fußball – zumindest für den Schützen.

Gehen wir die Sache aber zunächst mal ganz nüchtern an:

Ein Fußballtor misst 7,32m x 2,44m. Das entspricht etwa 18 Quadratmetern. Ein Torwart kann mit seinem Körper maximal ein Drittel dieser Fläche abdecken. Ein beispielsweise mit 70 km/h getretener Elfmeter bräuchte etwa 0,5 Sekunden, um die Strecke zum Tor zurückzulegen. Die menschliche Reaktionszeit beträgt aber allein schon rund 0,2 Sekunden. Würde ein Torwart also warten, bis er sieht wohin der Ball fliegt, wäre dieser in den meisten Fällen nicht mehr zu erreichen. Im Grunde hat der Schütze also alle Trümpfe in der Hand. Und doch drücken sich viele Spieler gern davor, Elfmeter zu schießen, obwohl  der Elfmeter nur aus 10,968 m Entfernung geschossen wird. Klingt komisch, ist aber so.

Aber wieso haben die Schützen Angst oder wie Paul Breitner schon sagte, die Hosen voll?

„Da kam dann das Elfmeterschießen. Wir hatten alle die Hosen voll, aber bei mir lief’s ganz flüssig.“

Ich kann jedenfalls diese Angst vor dem Elfmeter verstehen; denn es kommt zwischen dem Torwart und dem Schützen ja eigentlich zu einem echten Duell!

Dabei sind ja auch die psychologischen Spielchen dieser Kontrahenten sehr interessant.

Noch bevor der Schütze anläuft, bieten viele Keeper eine Ecke an, tänzeln auf der Linie hin und her, fuchteln mit den Armen herum oder greifen zu Psychotricks (wie z.B. Jens Lehmanns unvergesslicher Zettel bei der WM 2006 im Elfmeterschießen gegen Argentinien).  Andererseits kann der Schütze natürlich auch den Spieß umdrehen, und mit dem Wissen des Torwarts spielen: Schießt er nun in seine Lieblingsecke oder nicht? Wird mit Links oder mit Rechts geschossen?

Quintessenz:

Wer seinen Duellgegner zum Nachdenken bringt, hat zumindest das Psychoduell schon einmal gewonnen.

 

Da taucht also wieder das Wort „Duell“ in Bezug auf das Elfmeterschießen auf… das Duell zweier Spieler…Auge in Auge.

Ein Duell (lat. duellum ‚Krieg‘) ist nämlich ein Zweikampf, der traditionell festgelegten Fußballregeln unterliegt. Zu erwähnen sei jedoch, dass Duelle heute in den meisten Ländern verboten sind!

Aber egal. Die Duellanten kommen nun an einem bestimmten Ort, dem Sechzehnmeterraum zusammen. Aber auf welches Tor und wann dabei geschossen wird, legt der Schiedsrichter (Sekundant) fest.

Beim einem 11er geht es natürlich auch um die Ehre; denn die ist eines der wichtigsten, eigentlich sogar der wichtigste Bestandteil der Duelle. Genau um diese kleine, unsichtbare, aber enorm wertvolle Sache dreht sich das ganze Unterfangen eigentlich.

 

Nun komme ich auch zu dem oben genannten Western, in dem auch ein Duell zwischen 2 Personen eine entscheidende Rolle einnimmt und den Sieger bestimmt.

Der böse Frank trifft auf den unbekannten Mundharmonikaspieler an dem zuvor vereinbarten Ort, und beide stellen sich zum Duell auf.

Dabei gewinnt der Namenlose dieses Duell. Tödlich getroffen sackt Frank zusammen. Das Spiel ist entschieden! Untermalt wird diese Szene mit dem Titelsong „Spiel mir das Lied vom Tod.“ Es geht da genauso grausam zu wie bei einem Elfmeterschießen. Auch dort wird anschließend einer von beiden zu Boden gehen und zusammensacken.

Wer jedoch der Böse, und wer der Namenlose ist, entscheidet sich dabei immer erst nach dem Schuss… Einzig der Sekundant (Schiedsrichter) fehlt. Aber der Abstand von 10,968 m zwischen den Kontrahenten könnte in dem Film nach meinen Recherchen hinkommen.

Es gibt jedoch Elfmeterschützen, die sind fast immer dieser Frank; denn ein Elfmeter ist eine Sache, die David Beckham nicht kann. John Terry auch nicht. Zlatan Ibrahimović und Sejad Salihović dafür schon, aber die sind ja bekanntlich auch keine Engländer. Die beißen nach einem solchen Duell immer ins Gras oder besser, sie fallen mit dem Gesicht in den Staub und im Hintergrund ertönt:

„Spiel mir das Lied vom Tod“

 

Unübertroffener Elfmeterspezialist ist jedoch Klaas-Jan Huntelaar, der vor seiner Einwechselung im Achtelfinale der WM 2014 noch schnell zur Toilette sprintete und dann den entscheidenden Elfmeter verwandelte:

 

„Da war der Druck weg, und ich konnte schießen“

 

Ab und an werden ja auch Hattrick-Spiele im Elfmeterschießen entschieden. Meistens handelt es sich um Pokal-, Duell-, Freundschafts- oder Turnierspiele. An für sich eine tolle und spannende Sache…

Nur bei Hattrick ist es etwas langweilig; denn eigentlich passiert nichts. Man wartet manchmal über eine Minute, bis sich etwas tut. Entweder Tor oder kein Tor. In der Zeit dazwischen tut sich wie gesagt nichts.

Das könnte man doch ändern, oder?

Liebe Hattrick-Macher, bitte führt doch auch einmal eine spannende und dem Anlass angemessene musikalische Untermalung ein…

 

Viele angsterfüllte und flüssige Grüße von Eurem

joeniel  😉

 

P.S.:

„Mir bereitet das Elfmeterschießen keine Probleme. Solange ich nicht selbst schießen muß.“

(Matthias Sammer)

 

 

 

Bitte Bewertung nicht vergessen

Bewertung: 4.0. Von 1 Abstimmung.
Bitte warten...
Dieser Artikel stammt von:

Joeniel
Joeniel

Hallo zusammen. Auch mit über 50 unterstütze ich Veithi bei seinem tollen Hattrick-Projekt HMC als Redakteur unter dem Pseudonym joeniel. Einmal im Monat könnt ihr hier bei HMC die Glosse lesen, in der alle wichtigen Themen schonungslos auf den Tisch kommen. Ich bin glücklich liiert und freue mich meines Lebens. Wohnhaft bin ich im schönen Ruhrgebiet und habe außer der Glosse keine weiteren Hobbys…Ich bin ja auch fast schon im Ruhestand!

Viele Grüße von Eurem joeniel

Schreibe einen Kommentar

Da das Kommentieren wahrscheinlich mit zu den unkomplizierteste Seite im Web gehört, wurden aus Sicherheitsgründen alle restlichen HTML Tags entfernt. Ihr könnt gerne Links/URL von andere Seiten, Links/URL von Bildern oder Links/URL von Youtubes Videos (nicht in HTML) einfügen die ich dann gerne anpassen werde.