Weil Samstag ist

 

 

(Remastered 2017 Version)

 

„Ja, ich habe sie gelesen, die Bibel des Fußballs…endlich. Frank Goosen`s „Weil Samstag ist…“. Seit dem Erscheinen dieser Bibel sind zwar bereits 8 Jahre vergangen. Aber wie heißt es doch so schön, man lernt ja nie aus!

Ein Arbeitskollege hat mir dieses ´Software-Handbuch´ an einem Samstagvormittag empfohlen, damit es mit meinem Team, der Borussia aus Mönchengladbach, endlich wieder aufwärts geht.

Leider hat es auch nach 100 maligem Lesen direkt vor dem Spiel noch nicht so richtig geholfen. Es folgte vor der Winterpause Niederlage auf Niederlage. Den aktuellen Tabellenplatz erwähne ich hier mal lieber nicht…

Ich frage mich nur, warum mir und dem VFL diese oben genannte Fachliteratur bis jetzt nicht geholfen hat. Müssen vielleicht auch die Spieler das Buch lesen, um vielleicht mal das Tor zu treffen? Denn bereits Wayne Rooney sagte: „Ich ziele nicht, wenn ich nicht weiß, wohin der Ball geht!“

Möglich ist es aber auch, dass ich das Buch nach dem Lesen erst noch auswerten und analysieren muss. Ist zwar eine Menge Arbeit, aber das Leben als Fan eines Bundesligavereins ist schließlich kein Ponylecken.

Was aber bedeutet das Fanleben überhaupt?

Mein Leben als Gladbach-Fan ist wohl eine Mischung aus Sitcom und Reality-Show. Anders lassen sich die Darbietungen meines Teams nicht erklären. Regisseur ist wie üblich nicht Sam Mendes, sondern der Fußballgott. Sam Mendes hat im Gegensatz zum Fußballgott bereits einen Oscar gewonnen und für viel Spannung in seinen Bond-Filmen gesorgt. Das ist bei meiner Borussia im Moment aber mal so gar nicht der Fall. Die Spannung vor dem gegnerischen Tor kann man eher harmlos und selten nennen. Anderen Teams geht es da aber genauso…

Jetzt ist zumindest der Dieter da, der Hecking. Von einem direkten Konkurenten einfach nach Entlassung wegen Erfolgslosigkeit „wegverpflichtet“. So kann es eigentlich nur bergauf gehen…

Gerüchten zufolge werden auch noch 2 Weltklasseverteidiger verpflichet:

Timothée Kolodziejczak und Jaroslaw Jach

Wer kennt die nicht…?

Trotzdem kommt sie wieder in mir hoch, die Angst vor dem 1. Spieltag nach der Winterpause und vor der nächsten Niederlage. Der „Wohlfühlfaktor“ am Wochenende ist mal wieder in Gefahr. Können die Ligaspiele nicht immer montags ausgetragen werden, wenn man zum Arbeitswochenstart sowieso mal wieder schlechte Laune hat?

Samstag ist meiner Meinung nach ein schlechter Tag, um Bundesligaspiele auszutragen. Nicht nur der der Fußballgott hat anderes zu tun, sondern auch ich…

Samstag ist doch die konsequente Weiterentwicklung des Freitags und somit der Beginn des wohlverdienten Wochenendes. Der Samstag liegt geographisch nämlich genau zwischen dem Freitag und dem Sonntag. Nach traditionell jüdisch-christlicher Zählung ist er aber der siebte und letzte Wochentag. Erst durch die standardisierte internationale Zählung nach ISO 8601 ist er der sechste. Das verstehe wer will. Ich jedenfalls nicht. Und wohl auch der liebe Fußballgott nicht.

Oft wird der Samstag deshalb auch ´Tag des Saturns´ genannt. Der Saturn ist der sechste Planet im Sonnensystem und ist gemeinhin als „Kommerzplanet“ (lat. Geiz ist geil) bekannt.

Der Schwesterplant ist übrigens der „Reibach“ mit dem Aszendenten „verkaufsoffener Sonntag“. In nicht allzu christlichen Ländern werden zudem auch an diesem Tage sogar noch Fußballspiele ausgetragen.

Im nördlichen Bereich Deutschlands wird der Samstag auch Sonnabend genannt und dient der sogenannten ´Pflichtfreizeit´.

Philologen streiten aber darüber, ob es sich bei der Aussprache Sonnabend lediglich um einen Sprachfehler handelt, der auf den Untergang der Sonne und eine lange Abwesenheit der selbigen am Samstag zurückzuführen ist.

Die oben genannten Freizeitpflichten bestehen im Übrigen meist darin, mit seiner Frau oder Freundin wieder Sex haben zu müssen, die Kinder zu ´bespaßen` und abends auf langweilige Geburtstagspartys der buckligen Verwandtschaft zu gehen, wo jeder Mann auf Grund seiner Schwiegereltern wieder zu dem allseits beliebten „Alkonauten“ wird.  

Wie wir alle wissen ist ein „Alkonaut“ ein männliches Partytier, das sich durch die äußeren Missstände und nicht gern gesehene Gesellschaft mittels übermäßigen Alkoholkonsums selbständig in einen transzendenten Zustand versetzen kann, um überleben zu können.

Solche Menschen werden auch als „Wochenendsäufer“ bezeichnet. Die bucklige Verwandtschaft hingegen bezeichnet einen „Alkonauten“ fälschlicher Weise als „Schnapsdrossel“, obwohl die Familie der „Piepmatzis Alkoholitas“ schon vor langer Zeit mit Wiedereinführung der immer noch geltenden Schaumweinsteuer 1939 ausgestorben ist

Aus den genannten Gründen schafft man(n) es doch noch nicht einmal, in Ruhe die Bundesliga zu verfolgen. Die Radiokonferenz der Bundesliga auf WDR 2, die Sky-Übertragung aller Partien, die Sportschau und das aktuelle Sportstudio kommen immer zu kurz…

 

Hinzu kommt am Samstag auch noch die wöchentliche Reise zu der Kultstätte aller weiblichen Erdenbewohner: IKEA

Tausende von Pilgern machen sich da mit ihren vermeintlich besseren Hälften auf den Weg, um Wünsche der Angebeteten zu erfüllen. Angsterfüllte Männeraugen weit und breit, wenn es mal wieder heißt:

 

„Schatzi, wir brauchen mal was neues.“.

Gerüchten zu folge soll der Samstag übrigens bald in „Ikeatag“ umbenannt werden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf liegt Frau Merkel bereits vor.

Die Grünen möchten ihn allerdings auf Grund der anderen o.g. Pflichten in „Kopulationstag“ oder „Koitustag“ umbenennen.

 

Mein Vorschlag wäre anstatt einer komplizierten Umbenennung der Wochentage einfach eine Verschiebung des Samstags an den Beginn der Woche. Der Montag rückt dann einfach hinter den Sonntag, an dem dann alle (!) Fußballspiele stattfinden könnten. Das würde meiner Meinung nach endlich einen Sinn ergeben und mein Team und seine Fans könnten dann eventuell auch mal wieder Siege feiern, weil Sonntag ist…“

 

Viele wochenentliche Grüße von

Eurem joeniel wink

 

 

 

 

 

 

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Dieser Artikel stammt von:

Joeniel
Joeniel

Hallo zusammen. Auch mit über 50 unterstütze ich Veithi bei seinem tollen Hattrick-Projekt HMC als Redakteur unter dem Pseudonym joeniel. Einmal im Monat könnt ihr hier bei HMC die Glosse lesen, in der alle wichtigen Themen schonungslos auf den Tisch kommen. Ich bin glücklich liiert und freue mich meines Lebens. Wohnhaft bin ich im schönen Ruhrgebiet und habe außer der Glosse keine weiteren Hobbys…Ich bin ja auch fast schon im Ruhestand!

Viele Grüße von Eurem joeniel

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